Abhängigkeit
auch: Alkoholabhängigkeit · Suchterkrankung · ICD-11 6C40.2 · ICD-10 F10.2
Abhängigkeit ist eine diagnostizierbare Erkrankung, bei der die Kontrolle über den Konsum verloren geht und der Konsum trotz spürbarer Schäden weitergeht. Sie ist keine Frage von Willensstärke oder Charakter.
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Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Abhängigkeit in der ICD-11 über drei zentrale Merkmale. Zwei davon müssen erfüllt sein, damit die Diagnose gestellt wird. Kern der Erkrankung ist ein starker innerer Antrieb zu konsumieren, der sich der bewussten Steuerung entzieht.
Die früher gebräuchliche ICD-10 verlangte drei von sechs Kriterien innerhalb von zwölf Monaten. Die ICD-11 hat das vereinfacht und dem Verlangen selbst mehr Gewicht gegeben. Für Betroffene ändert das wenig, für die Einordnung eines Befundes aber schon, weshalb beide Systeme in Arztbriefen noch nebeneinander auftauchen.
Wichtig ist die Abgrenzung nach unten. Riskanter oder schädlicher Konsum ist noch keine Abhängigkeit, kann aber in sie übergehen. Wo genau jemand steht, lässt sich nicht an der Trinkmenge allein ablesen, sondern nur im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Therapeuten.
Die drei Merkmale nach ICD-11
- Eingeschränkte Kontrolle über den Konsum, also über Beginn, Menge, Umstände oder Beenden
- Der Konsum bekommt zunehmend Vorrang vor anderen Interessen und Verpflichtungen und wird trotz negativer Folgen fortgesetzt
- Körperliche Merkmale wie Toleranz, Entzugserscheinungen oder erneuter Konsum, um Entzugserscheinungen zu vermeiden